Bei Ghostbusters gibt es keine Hunde im klassischen Sinne – keine Haustiere, keine Begleittiere, keine treuen Vierbeiner. Was es gibt, sind zwei der bedrohlichsten übernatürlichen Wesen des ersten Films: Zuul und Vinz Clortho, die Diener des Gottes Gozer, die sich in riesige dämonische Hunde verwandeln. Terrorhunde im wörtlichen Sinne.
Wer also fragt, wie der Hund von Ghostbusters heißt, bekommt zwei Antworten: Zuul – die Torwächterin. Und Vinz Clortho – der Schlüsselmeister. Beide erscheinen als Terrorhunde auf dem Dach des Shandor-Hochhauses, wenn das interdimensionale Tor für Gozer geöffnet wird.
Zuul – die Torwächterin
Zuul ist ein Diener des Gottes Gozer und trägt den Titel „Torwächterin“. Ihre Aufgabe: einen menschlichen Wirt zu besitzen und zu warten, bis der Schlüsselmeister gefunden ist – damit gemeinsam das interdimensionale Tor geöffnet werden kann.
Im ersten Ghostbusters-Film besitzt Zuul Dana Barrett (Sigourney Weaver). Die besessene Dana spricht mit tiefer, verzerrter Stimme und nennt sich selbst ausschließlich „Zuul“. Als Peter Venkman versucht, mit ihr zu sprechen, erkennt sie ihn nicht mehr als Person – sie fragt nur, ob er der Schlüsselmeister ist.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=bKN2fxMESIk
Auf dem Dach des Hochhauses verwandelt sich Dana/Zuul in einen riesigen Dämonenhund – ein muskulöses, dunkles Wesen mit glühenden Augen und langen Klauen. Diese Transformation markiert den Beginn des Finales: Das Tor öffnet sich, Gozer tritt ein.
Die Stimme von Zuul im ersten Film sprach Regisseur Ivan Reitman himself. Den Terrorhund auf dem Dach verkörperte Harrison Ray.
Vinz Clortho – der Schlüsselmeister
Vinz Clortho ist das Gegenstück zu Zuul: der Schlüsselmeister. Er besitzt Louis Tully (Rick Moranis), den tölpeligen Buchhalter und Nachbarn von Dana Barrett. Nach der Besessenheit irrt Louis/Vinz mit glühenden roten Augen durch Central Park, bezeichnet sich gegenüber einem Coachman als „Vinz Clortho, Keymaster of Gozer“ und sucht nach der Torwächterin.
Was die Szenen mit Louis so komisch macht: Rick Moranis spielt den besessenen Charakter mit derselben nervösen Unbeholfenheit wie den normalen Louis – nur jetzt mit dämonischen Monologen und rotem Augenleuchten. Die Polizei bringt ihn zu Egon Spengler, der sofort erkennt, womit sie es zu tun haben.
Den Terrorhund auf dem Dach verkörperte Terri Hardin.
- Zuul – Torwächterin, besitzt Dana Barrett (Sigourney Weaver). Stimme: Ivan Reitman. Terrorhund-Darstellung: Harrison Ray. Titel: Gatekeeper of Gozer.
- Vinz Clortho – Schlüsselmeister, besitzt Louis Tully (Rick Moranis). Terrorhund-Darstellung: Terri Hardin. Voller Titel: Vinz Clortho, Keymaster of Gozer, Volguus Zildrohar, Lord of the Sebouillia.
- Funktion: Beide müssen sich vereinen, um das interdimensionale Tor für Gozer zu öffnen. Erst dann kann der Gott eintreten und die Destructor Form wählen.
- Erscheinungsform: Riesige, dunkle Dämonenhunde mit glühenden Augen – inspiriert von antiken Wächterwesen und mittelalterlichen Vorstellungen von Tempelwächtern.
Wie die Terrorhunde ins Franchise kamen
Die Idee der Terrorhunde stammt aus dem Drehbuch von Dan Aykroyd und Harold Ramis. Gozer brauchte Vorläufer – Wesen, die den Weg für den Gott bereiten. Die Wahl fiel auf Besessenheit durch Tiere, weil das eine klassische übernatürliche Vorstellung ist: Dämonen, die menschliche Wirte nehmen und sie in tierische Formen verwandeln.
Die Szene, in der Egon und Ray erklären, was Zuul und Vinz Clortho sind – wer sie in der Mythologie Gozers sind und was passiert, wenn sie sich vereinen – ist einer der besten Exposition-Momente des Films. Schnell, präzise, beängstigend und trotzdem komisch.
Das Requisiten-Team schuf die Terrorhunde-Kostüme für die Szenen auf dem Dach als Ganzkörperanzüge, ergänzt durch praktische Effekte und Matte-Paintings für den Hintergrund. Die Wesen sollten massiv und bedrohlich wirken – keine harmlosen Film-Tiere, sondern Torwächter eines Gottes.
Zuul und Vinz Clortho in Ghostbusters: Legacy (2021)

In Ghostbusters: Legacy (2021) kehren Zuul und Vinz Clortho zurück – erneut als Vorläufer Gozers. Die Handlung spielt in Summerville, Oklahoma, wo Egon Spengler jahrzehntelang versucht hat, einen neuen Ausbruch Gozers zu verhindern. Als Gary Grooberson (Paul Rudd) von Vinz Clortho besessen wird und Callie Spengler von Zuul, wiederholt sich das Ritual – diesmal in der Mitte Oklahomas statt auf einem New Yorker Hochhausdach.
Die Rückkehr der Terrorhunde ist mehr als Nostalgie: Sie zeigt, dass Gozers Kraft sich nicht einfach durch Einmaligbesiegen auflöst. Die Wesen suchen sich immer wieder neue Wirte – und das Tor kann immer wieder geöffnet werden.
| Film | Zuul besitzt | Vinz Clortho besitzt |
|---|---|---|
| Ghostbusters (1984) | Dana Barrett (Sigourney Weaver) | Louis Tully (Rick Moranis) |
| Ghostbusters: Legacy (2021) | Callie Spengler (Carrie Coon) | Gary Grooberson (Paul Rudd) |
Slimer – warum er kein Hund ist
Es gibt eine verbreitete Verwechslung: Manche denken, Slimer sei „der Hund von Ghostbusters“. Das stimmt nicht. Slimer ist ein freier Geist – grün, schleimig, gefräßig – der im Sedgewick Hotel lebt und Peter Venkman beim ersten Einsatz der Ghostbusters mit Schleim bedeckt. Er hat keine tierische Form, keinen hundeähnlichen Charakter und keinen Zusammenhang mit Zuul oder Vinz Clortho.
Den Namen Slimer bekam er erst durch die Zeichentrickserie The Real Ghostbusters (1986). Im ersten Film heißt er intern nur „der Nerd-Geist“. Er ist das Maskottchen der Franchise – aber definitiv kein Hund.
| ✅ Postives | ❌ Grenzen |
|---|---|
| Zuul und Vinz Clortho sind dramaturgisch brillant: Sie erklären Gozers Ankunft, ohne dass Gozer selbst auftreten muss – der Schrecken kommt schrittweise | Die Terrorhunde haben in beiden Filmen verhältnismäßig wenig Screentime für ihre zentrale Rolle |
| Die Besessenheits-Szenen mit Rick Moranis und Sigourney Weaver gehören zu den komischsten und gleichzeitig unheimlichsten Momenten der Franchise | Ihre Mythologie – Gozer, Zuul, Vinz, die Shandor-Sekte – wird im Film nur angerissen und nie vollständig erklärt |
| Die Rückkehr in Legacy (2021) mit neuen Wirten zeigt, dass das Konzept zeitlos funktioniert | Ohne den mythologischen Hintergrund von Gozer wirken sie wie beliebige Besessene – der Kontext ist entscheidend |
Zuul und Vinz Clortho sind keine Haustiere. Sie sind Torwächter eines Gottes, der in vielen Dimensionen Welten zerstört hat. Dass sie zunächst die harmlos wirkenden Formen von Dana Barrett und Louis Tully annehmen – bevor sie sich in Ungeheuer verwandeln – macht sie zu einem der geschicktesten dramaturgischen Einfälle des Films.
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